Mai 24, 2024

wann dürfen pferde auf die weide?

gibt’s einen schöneren anblick, als wenn die pferde auf der weide stehen und genüsslich grasen?

doch vorsicht!

die freude währt kurz, wenn das pferd zu früh und ohne richtige vorbereitung ins gras darf.
eine abrupte umstellung der ernährung kann nicht nur verdauungsprobleme hervorrufen
sondern vor allem zur gefürchteten hufrehe führen.
im schlimmsten fall ist letztere ein todesurteil fürs pferd.

daher gilt: richtig anweiden ist essentiell!

vorsicht mit frühlingsgras

das frische gras im frühling ist nicht nur besonders reich an nährstoffen, sondern hat auch einen hohen fruktangehalt.
mit fruktan schützt sich das gras gegen große temperaturschwankungen,
wie sie die kalten nächte und warmen tage im frühjahr mit sich bringen.

als faustregel kann man sagen:
je früher im jahr, desto fruktanhaltiger ist das gras.
(ein ähnliches phänomen tritt übrigens im herbst auch wieder auf).
daher ist besonders mit den ersten grünen spitzen vorsicht geboten.

erst entwurmen

bevor es das erste mal auf die weide geht, steht erst noch was anderes an:
das entwurmen.

ob im stall alle pferde gleichzeitig regelmäßig entwurmt werden
oder ob bedarfsorientiert mit kotproben vorgegangen wird und nur jene pferde entwurmt werden, die’s brauchen,
spielt dabei keine große rolle.

wichtig ist nur: kein pferd geht auf die weide, das noch unter wurmbefall leidet.
sonst schleppt man sich die würmer auf die weide und damit in die nahrung der ganzen herde.

erst danach dürfen die pferde zum gras.
das aber nur kurz!

schrittweise anweiden

15 minuten sind in den ersten tagen mehr als genug.
das gras ist ja jetzt besonders üppig – und die pferde besonders gierig darauf.
man sollte nicht unterschätzen, wieviel sie da in kürzester zeit in sich reinbaggern.

wie schnell man danach steigert, da scheiden sich die geister.

die vorsichtigen (wie ich) steigern alle 1-2 tage um 5 minuten und kommen so nach ca. zwei wochen auf einen einstündigen weidegang.
die herkömmlichen steigern alle 2 tage um 15 minuten  und sind damit schon nach einer woche bei einem einstündigen weidegang.

ab dann wird alle zwei tage um 15 minuten erhöht, bis man die 2 stunden erreicht hat.
schließlich steigert man im 30-minuten takt, bis 4 stunden grasen erreicht ist.

realistischerweise gibt es spätestens in dieser phase zumindest in offenstallungen sowieso einen anderen faktor,
der die weidezeiten limitiert:

die insekten.

den ganzen tag auf der weide?

denn bei korrektem anweiden haben wir nun die jahreszeit erreicht,
wo es schnell sehr warm wird und kribbelmücken, gelsen und bremsen ihr unwesen treiben.
da bleiben jene pferde, die sich’s aussuchen können, lieber im stall als auf der wiese – außer es ist windig genug.

wie schnell man danach weiter steigern kann, bis die pferde den ganzen tag auf der weide bleiben können,
ist daher stark wetterabhängig.

inzwischen ist auch das gras nicht mehr so üppig,
die weide vielleicht weitgehend abgegrast
und auf den weiteren weideflächen vermutlich das gras gemäht und zum ersten schnitt heu verarbeitet worden,
erst danach kommen die pferde dort zum grasen hin.
dieses gras ist dann bei weitem nicht mehr so gefährlich wie das frühlingsgras.

man kann da nun großzügig sein und die pferde den ganzen tag –
oder was ihnen viel lieber ist: die ganze nacht – draußen lassen
und ihnen schließlich, wenn die haltungsbedingungen und der zustand der weideflächen es erlaubt,
den zugang zur weide gänzlich freistellen.

nicht vergessen

was selbstverständlich sein sollte, aber nicht oft genug betont werden kann:

zusätzliches heu sollte jederzeit verfügbar sein.
viele pferde knabbern gern weiterhin am heu, auch wenn die weide verfügbar ist.

wasser braucht das pferd selbstverständlich auch auf der weide.
und dass die weideflächen gepflegt und rotiert werden müssen, um überweidung zu vermeiden, sollte sich auch von selbst verstehen.

bleibt dann nur noch, das eigene pferd genau zu beobachten,
wie es sich mit dem futterwechsel und der weide tut.
die bedürfnisse variieren ja doch von pferd zu pferd sehr deutlich.
da macht es schon sinn, ein auge drauf zu haben.

erst dann nämlich kann man das schöne bild von den pferden auf der weide auch wirklich gefahrlos genießen.

 

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