wenn der hund nicht tut, wie er soll, heißt es gleich „der ist unterfordert, der braucht mehr auslastung“.
sind wirklich so viele hunde unterfordert,
wie menschen probleme mit bellenden hunden, leinezerren, anspringen oder leinenpöbeln haben?
ja und nein.
der ratschlag ist deswegen falsch, weil man unter auslastung üblicherweise auspowern versteht.
wer aber versucht den hund mit noch mehr bewegung, mit joggen gehen, mit bällchen werfen oder zerrspielen müde zu bekommen,
wird schnell merken, dass die probleme dadurch nur noch größer werden.
wer mit der auslastung dafür sorgen möchte, dass das verhalten des hundes ruhiger und gelassener wird, für den hab ich demnächst im brandneuen webinar „entspannung durch richtige auslastung“ die wichtigsten tipps. du kannst dir deinen platz im webinar gleich hier reservieren (kostenlos):
dass so viele hunde mit aufregung schlecht umgehen können, zu impulsivem verhalten neigen und dann auch mal überdrehen,
liegt daran, dass sie in einer (menschen)welt leben, die sie oftmals überfordert.
täglich prasseln unzählige eindrücke auf sie ein, die sie verkraften müssen.
wir unterschätzen oft, welche kleinigkeiten da schon eine rolle spielen
und muten dem hund daher zu viel zu.
oft steckt schlechtes gewissen dahinter:
der hund ist den größten teil des tages sich selbst überlassen, weil wir job und familie auf die reihe kriegen müssen.
dann will man das wieder gut machen und unternimmt mit dem hund extra viel.
fehler 1: hund auspowern
der hund muss schließlich „ausgelastet“ werden, oder?
man liest doch überall, dass diese oder jene rasse besonders viel bewegung braucht,
dass man mit spielen für ausgleich sorgen soll
und wer hat nicht schon gewissensbisse gehabt, dass wir „zu wenig machen mit dem hund“?
steht da ein energiegeladener hund vor einem, der vor ungeduld zappelig ist
oder der immer noch mehr an beschäftigung fordert,
entsteht tatsächlich leicht der eindruck, dass der hund mehr braucht,
dass wir ihn mal richtig auspowern müssen.
der eindruck trügt jedoch.
dieses „energiegeladene“, „aktive“ und überdrehte verhalten ist nichts anders als ausdruck der täglichen überreizung des hundes.
er überdreht vor allem vor stress, nicht aus bewegungsmangel.
alles beschäftigungsformen, die mit schnellem rennen und auspowern noch mehr adrenalin im körper produzieren,
tragen zur überdrehtheit und impulsivität noch bei, statt den hund angenehm müde und entspannnt zu bekommen.
fehler 2: intelligenz unterschätzen
natürlich kann auch langeweile und unterforderung zum stresspegel des hundes beitragen.
wer mit einem hund zu wenig macht, wird ebenfalls einen überdrehten hund im haus haben.
der tägliche spaziergang ist für viele hunde nicht genug.
(erst recht, wenn er voller aufregender begegnungen ist und der hund kaum zum entspannten erkunden kommt).
daher bauen viele menschen übungen ein oder machen suchspiele mit dem hund.
was schön und gut ist, aber…
sind es immer die selben paar übungen? womöglich noch an der selben stelle?
und gehen die suchspiele über ein verstecktes leckerchen im haus oder draußen im umkreis von 20 metern um den hund hinaus?
unterforderung im kopf ist tatsächlich ein thema für viele hunde.
weil wir menschen sowohl die nasenleistungen als auch die denkfähigkeiten von hunden grob unterschätzen.
kein normaler hund ist mit einem schnüffelteppich oder drei kunststückchen ausgelastet.
da braucht es schon anspruchsvolleres für die nase, also große entfernungen und schwierige verstecke
oder schwierige aufgaben der nasenarbeit wie geruchsunterscheidung oder mantrailing.
oder aber anspruchsvolles für den kopf.
aufgaben, bei denen der hund wirklich nachdenken muss
und wo er – wenn er eine aufgabe geknackt hat – eine neue bekommt, damit die auslastung weitergehen kann.
fehler 3: ursachen ignorieren
selbst die beste geistige auslastung wird allerdings nur bedingt wirken,
wenn nicht gleichzeitig die ursachen der überdrehtheit angegangen werden.
wenn der hund täglich mehr aufregung ausgesetzt ist, als sein körper verarbeiten kann,
sammelt sich das im lauf der wochen und monate als stresspegel an und führt zu den bekannten problemen:
impulsives verhalten, ungestüme reaktionen, unerwünschtes benehmen,….
das kann man dann nicht über gehorsamsaufgaben „wegüben“ oder mit such- und denkspielen alleine wieder ausgleichen.
man muss schon den ursachen zu leibe rücken und so viel aufregung wie möglich ausschalten oder reduzieren.
(die anleitung dafür findet ihr im kurs „cooler hund“)
fazit
sehr viele hunde leben heutzutage so, dass sie einerseits überfordert sind und andererseits unterfordert.
überfordert mit der menge an eindrücken, anforderungen und aufregung, die sie jeden tag verarbeiten müssen.
unterfordert im kopf und in ihren denkfähigkeiten,
was auch wieder stress erzeugt und zu problem nummer 1 – überforderung und stress – beiträgt.
wir müssen daher die balance finden:
ein alltag mit einem verkraftbaren maß an aufregung,
keine unnötige aufregung durch verkehrtes (wenn auch gut gemeintes) „auspowern“
und zum hund passende geistige auslastung gegen die unterforderung.
dabei sind übrigens 3 kategorien von hund-mensch-paaren zu beobachten, doch mehr dazu dann nächste woche im blog
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